DKG - Krebsgesellschaft

Vasektomie - Sterilisation des Mannes

Die Vasektomie oder Sterilisation ist die sicherste, dauerhafte  Verhütungsmethode beim Mann. Sie erfolgt durch operative Durchtrennung der beiden Samenleiter. Der Eingriff ist problemlos in örtlicher Betäubung möglich. Im Gegensatz dazu, benötigt man für die Sterilisation bei der Frau eine Vollnarkose und ist dieser  Bauchhöhleneingriff für die Frau mit deutlich höheren Operationsrisiken behaftet,als dies beim Mann im Rahmen der Vasektomie der Fall wäre.

Beim Mann liegen die Samenleiter außerhalb der Bauchhöhle und sind deshalb in örtlicher Betäubung vom Hodensack aus, über einen knopflochgroßen Schnitt, in aller Regel problemlos erreichbar. Leichte Schmerzen treten meist nur beim Einspritzen des Lokalanästhetikums im Bereich des äußeren Leistenrings auf. Danach besteht weitgehende Schmerzfreiheit für die Dauer des Vasektomie-Eingriffs.

Die Samenleiter werden im Rahmen der Vasektomie durchtrennt, es wird ein ca. 2 cm langes Teilstück entfernt, die Samenleiter-Enden werden mit Strom verschorft und abgebunden. Somit besteht eine 3-fache Sicherheit. Trotzdem gibt es ein Restrisiko von etwa 1:15.000 , dass trotz erfolgreicher Sterilisation eine ungewollte Schwangerschaft auftritt ( in Deutschland ca. 3 Fälle bei über 55.000 Vasektomien pro Jahr). Dies kann durch z.B. Fistelbildung oder akzessorische (zusätzliche) Samenleiter entstehen.  Die Vasektomie ist dennoch das sicherste Verfahren zur Empfängnisverhütung.

Es sind 2 unabhängige Sperma-Kontrollen nach 2 und 3 Monaten, nach erfolgter Vasektomie erforderlich. Erst wenn zweimal unabhängig keine Spermien mehr nachgewiesen werden, ist wieder ungeschützter Geschlechtsverkehr möglich!

Die Vasektomie führt zu einer Unterbrechung der Spermienwanderung in die Samenflüssigkeit, welche  "eine Etage höher“, in Prostata und Samenblasen produziert wird. Deshalb kommt es auch nach der Vasektomie zu einem Samenerguss oder Ejakulation, allerdings mit einer Verringerung der Sperma-Menge um ca. 20 %. Diesen Unterschied spürt man(n) nicht, es ändert sich nichts am Orgasmusgefühl!

Risiken der Vasektomie sind: Bluterguss im Bereich des Hodensacks (gelegentlich), lokale Entzündung oder Wundinfektion (selten) und ziehende Hodenschmerzen in den ersten Tagen, manchmal Wochen, nach dem Eingriff (in den ersten Tagen häufig, längerfristig sehr selten!). Das Gefühl entspricht dem „Fußballtreffer, wenn man in der Mauer steht“ und ist mit lokaler Kühlung, meist ohne Schmerzmitteleinnahme, gut beherrschbar.

Die Endgültigkeit der Vasektomie oder Sterilisation ist in Zeiten der modernen Reproduktionsmedizin nicht mehr gegeben. Es ist möglich, sollte sich irgendwann einmal aufgrund einer veränderten Lebenssituation dennoch wieder ein Kinderwunsch ergeben, durch Wiedervereinigung der Samenleiter (Refertilisation, Erfolgsaussicht max. 80%) oder operative Entnahme von Spermien aus dem Hoden (TESE) eine Befruchtung auszulösen. Dieser Weg ist technisch aufwendig und mit entsprechenden Kosten verbunden und sollte deshalb vorher gut überlegt sein

Weitere Risiken und Einzelheiten erfahren Sie über das Aufklärungsblatt, welches ich Ihnen im Rahmen des persönlichen Vorgesprächs aushändige. Hier stehe ich für weitere Fragen gerne zur Verfügung! 

Ich empfehle in den ersten Tagen nach dem Eingriff ausruhen und lokale Kühlung (Coolpack, Eisbeutel), sowie für eine Woche kein Sport und kein Sex!

Der Eingriff erfolgt in der Regel Freitag in der Mittagszeit oder am Donnerstagabend. Am Montag sind Patienten wieder normal arbeitsfähig. Ich führe pro Jahr 150 – 200 Vasektomien durch.

Dr. Horst Hohmuth
Urologe, Ulm